Pater Hubertus Pauels
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Frau Josefine Menden erinnert sich

Auf einer Pilgerfahrt nach Rom, bei der Pater Pauels unser geistlicher Leiter war, wurde mir als Krankenschwester die pflegerische Aufgabe anvertraut, die exzembefallenen Arme und Füße von Pater Pauels zu versorgen. Diese Aufgabe ehrte mich sehr, da ich ihn als Priester und Ordensmann hochschätze. Ihm selber war es peinlich, seine Arme und Füße behandeln zu lassen. Darum beeilte ich mich morgens und abends sehr mit meiner Tätigkeit, um ihm diese Peinlichkeit so gut wie möglich zu nehmen. Wir sprachen fast nichts. In den letzten Tagen unserer Pilgerfahrt gab ich ihm Geld, um für meinen Neffen heilige Messen zu feiern, der damals noch nicht ganz entschlossen war, Priester zu werden. Darauf sagte Pater Pauels zu mir: „Eigentlich müsste ich ihnen etwas für die Pflege geben.“ Meine Antwort darauf: „Es war mir eine große Ehre, ihnen diesen pflegerischen Dienst erweisen zu dürfen, denn wenn sie vor mir sterben sollten, kann ich immer sagen: „ich habe einem Heiligen Füße und Arme versorgen dürfen“ - worauf er herzlich lachte.

Dieses Lachen durfte ich noch einmal bei Tisch erleben, als ich ihm meine Süßspeise anbot, die er aus Bescheidenheit ablehnen wollte. Ich sagte zu ihm: „Was die Liebe gibt, muss die Liebe nehmen“. Diesen Satz fand er wahrscheinlich gut, denn er zitierte ihn dann öfters.

Auf einer anderen Pilgerfahrt hatte er seinen 80. Geburtstag und wir Pilger wollten ihn mit einer kleinen Feier ehren. Meine Freundin hatte eine dichterische Ader und sie stellte von dem, was sie von ihm wusste, ein nettes Lied zusammen, und wir Pilger sangen dies gegen 20.00 Uhr. Als wir es beendet hatten, sagte er ganz trocken und verschmitzt: „Ich bin aber erst um 22.00 Uhr zur Welt gekommen;“ worauf der ganze Bus lachte.

So musste ich auch einmal innerlich herzlich lachen, als wir ihn baten, uns einen strengen Vortrag über andächtiges Beten zu halten. Am folgenden Tage kam der Vortrag, aber nicht streng, sondern voller Güte. Er brachte das Beispiel des Hl. Aloisius, der ein bis zwei Stunden konzentriert beten konnte, aber dauernd unter Kopfschmerzen zu leiden hatte.

Ich klagte mich bei ihm wegen meiner Zerstreuung beim Beten an, aber, so sagte ich, es gäbe auch kurze Zeiten, wo ich ganz bei der Sache wäre. Darauf antwortete er: „Danken sie Gott für diese Zeit!“

Da ich das Gefühl hatte, dass er sehr in Anspruch genommen ist, habe ich ihm leider nur einmal geschrieben und ihn gebeten, für ein schwerkrankes indisches Kind zu beten, welches eine schwere Kopfverletzung hatte und der einzige Halt seiner Mutter war. Er schrieb mir zurück mit dem großen Trost, dass er für das Kind beten wolle, und das Mädchen ist auch gesund geworden.

An eine weitere Begebenheit erinnere ich mich. Ich war damals in einem Altenheim tätig. Eine sehr schwierige Patientin, die sich gern mit Priestern anlegte, hatte Pater Pauels um ein Gespräch gebeten. Er kam und ich durfte ihm das Zimmer dieser Patientin zeigen. Kurze Zeit darauf traf ich Pater Pauels und fragte ihn: „Wie ist das Gespräch verlaufen?“ Seine Antwort darauf: „Von dieser Frau kann man noch was lernen!“ Ich war ob meines Fragens sichtlich beschämt.

Wieder einmal auf einer Fahrt stellte ich ihm die Frage, wie man möglichst ohne Fegefeuer in den Himmel komme. Er sagte: „Alles aus der Hand Gottes annehmen.“

Ich kann nur mit einer ganz großen Hochachtung von Pater Pauels sprechen, und in meinen täglichen Gebeten rufe ich ihn oft um Hilfe an.

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