Pater Hubertus Pauels
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Schwester M. Beate Burger,

Schwester vom Guten Hirten, erinnert sich

Interview mit dem Autor, aufgezeichnet am 15. Januar 1998

Frage: Sie haben mir erzählt, dass P. Pauels oft in Ihrem Elternhause zu Gast war, wie kam dies?

Sr. Beate: 1948 habe ich ihn nach der Schulentlassung kennen gelernt, es war ja damals sehr schwer, eine Lehrstelle zu erhalten und meine Mutter wurde angesprochen, ob ich nicht nach Pützchen in die Haushaltungsschule gehen wolle. P. Pauels war dort Rektor. Ich kam dort ins Internat „Santa Maria“ der Haushaltungsschule und so lernte ich P. Pauels kennen. Nach dem Ende der Ausbildung kehrte ich nach Hause zurück und besuchte die Handelsschule. P. Pauels hat mich während dieser Zeit immer begleitet und war auch mein Beichtvater. Auch als mein Vater im Jahre 1949 erkrankte, besuchte P. Pauels ihn bis zu seinem Tode 1950 häufig mit dem Fahrrad.

Frage: Aus einem Gespräch mit Ihnen weiß ich, dass P. Pauels Ihnen das „Kommunionkästchen“ geschenkt hat, in dem er während des Krieges seine Hostien verwahrt hat. Wie kam es zu diesem Geschenk und was ist damit geschehen?

Sr. Beate: P. Pauels hat mir dieses Kästchen gegeben, damit ich es in die Erde vergrabe. Doch ich habe es aufbewahrt und später mit ins Kloster genommen. Erst 1992 beim Tode meiner Schwester habe ich seinen Wunsch erfüllt und das Kästchen mit ins Grab gegeben.

Frage: Wie sah denn das Kästchen aus?

Sr. Beate: Es war eine Pappschachtel und innen und außen vollständig mit Seide ausgelegt. Die Außenhülle war bestickt und auf dem Deckel waren die Initialen JHS in Gold angebracht. Es war sehr sauber und ich wollte mich nicht davon trennen, denn es war mir zu kostbar, um es einfach in die Erde zu stecken und zu vergraben. So habe ich es all die Jahre bis zum Tode meiner Schwester aufbewahrt.

Frage: Sie haben mir einmal erzählt, dass Sie während der Studienzeit von P. Pauels in Bonn und Köln viel für ihn geschrieben haben. Wie war das?

Sr. Beate: Das ist richtig, ich war damals in einem Angestelltenverhältnis bei der Sparkasse und weil P. Pauels häufig zu uns kam und ich seine Schrift lesen konnte, hat er mich des öfteren gebeten, Texte für ihn mit Maschine abzuschreiben. Da ich selbst keine Schreibmaschine hatte, habe ich zunächst mit Einverständnis meines Vorgesetzten die Arbeit in der Sparkasse als Überstunden, natürlich ohne Bezahlung, abgeleistet und mir später eine Schreibmaschine geliehen. Das einzige, was ich nicht konnte, waren die Stellen mit griechischen Buchstaben, die musste er dann selbst von Hand eintragen. Bei diesen Arbeiten habe ich viel von ihm gelernt, das ich für meine eigene spätere Arbeit verwenden konnte.

Frage: Eine sehr persönliche Frage, hat P. Pauels Einfluss auf Ihre Entscheidung, ins Kloster zu gehen, genommen, denn Sie hatten ja schon eine gute Ausbildung hinter sich?

Sr. Beate: Ich wollte eigentlich schon immer ins Kloster gehen und in der Zeit, wo ich in Pützchen in der Haushaltungsschule war, hatten wir jeden Tag bei ihm einen Vortrag und ich hatte auch Unterricht bei ihm. Auch hatte er uns alle der Muttergottes geweiht. Das hat sehr stark auf uns alle - seine Schülerinnen - gewirkt und uns geformt und geprägt. Auch in schwierigen Lebenssituationen hatten wir in ihm immer einen guten Berater und Helfer, dies bestätigten auch später meine Mitschülerinnen bei Klassentreffen, an denen er immer teilnahm. Insofern hat er schon einen gewissen Einfluss auf meinem Weg zur Ordensfrau genommen, er hat mich jedoch nie bedrängt.

Frage: Sie waren ja zu der Zeit im Beruf und fuhren mit Ihrer Mutter und einer Reihe anderer Bewohner aus Siegburg und Umgebung nach Oberpleis zu Sühnenächten mit P. Pauels. War das nicht eine große Mühe für Sie?

Sr. Beate: Ja, das ist richtig, und wir waren manches Mal bis zum frühen Morgen dort, nahmen an der Messe teil und hörten seine Vorträge und anschließend begann unser Dienst auf der Arbeitsstelle.

P. Pauels hielt diese Sühnenächte und durch seine Begeisterungsfähigkeit wurde es uns nie langweilig und man schlief dabei niemals ein.

Frage: Wie war das denn mit Ihrem Eintritt ins Kloster, sind Sie P. Paules dabei nochmals begegnet?

Sr. Beate: Am 02. Februar 1963 bin ich als Postolantin ins Kloster eingetreten und am 15. August wurde ich Novizin. Nach unserem Herrn Pastor war sicher P. Pauels eine der Personen, die dazu beigetragen haben. Als ich dann 1970 die ewige Profess ablegen sollte, war es P. Pauels, der an Stelle des Bischofs mir diese abverlangte. Mutter Salvator, unsere Novizenmeisterin, hatte dies in Kenntnis meiner Verbindung zu ihm in die Wege geleitet. Das war der Schlusspunkt, den Pater Pauels auf meinen Weg setzte.

Frage: Schwester Beate, wenn Sie heute P. Pauels charakterisieren sollten, wie würden Sie ihn beschreiben?

Sr. Beate: Mit einem Satz könnte ich sagen, ich habe ihn nur als einen Priester erlebt, der, wie sein Ordensgründer, der hl. Franz von Sales, in Liebe und Demut sein Amt versah. In „Zivil“ habe ich ihn nie gesehen, immer nur als Ordenspriester, der durch seine positive Einstellung zum Leben auffiel und nur das Gute im Mitmenschen sah. Er war nie zornig, ich habe nie gehört, dass er jemals über einen anderen negativ geurteilt oder ihn benachteiligt hätte. Er selbst war immer äußerst bescheiden und anspruchslos. Und bei all seinen Belastungen hatte man nie das Gefühl von Hektik, im Gegenteil, man gewann den Eindruck, dass er nur für den jeweiligen Gesprächspartner da war, wobei er im Gespräch jedoch immer sehr schnell auf den Punkt kam.

Er hatte eine große Liebe zum heiligsten Herzen Jesu und zur Muttergottes. Mit den Worten von Johannes Eudes könnte man von P. Pauels abgewandelt ebenfalls sagen: „Wenn einer irgendwo jemanden wüsste, der die Mutter Gottes lieber hätte als ich, so würde ich zu ihm hinfahren um von ihm zu lernen“. In seiner Liebe zum Herrn und seiner Mutter Maria wurzelte auch seine Liebe und unbedingte Treue zur Kirche und zum hl. Vater.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal war seine Liebe zur Jugend. Für sie und ihre Hinwendung zum Glauben war ihm nie etwas zu viel und viele Jugendliche verdanken ihm maßgeblich einen Teil ihrer Entwicklung.

Unerbittlich war er jedoch gegenüber dem Satan, den er bekämpfte, wo es ihm möglich war.

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