Bote von Sievernich Dezember 2015
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Geistlicher Impuls

Der letzte Monat des Jahres ist geprägt von der Zeit des Advents und vom Weihnachtsfest. Der Advent erinnert uns daran, dass diese Welt und unser Leben unfertig sind. Einerseits ist in der Welt schon das Entscheidende geschehen, nämlich die Mensch-
werdung Gottes in Jesus Christus; andererseits weist der Advent hin, dass die zweite Ankunft des Herrn am Ende der Zeiten noch aussteht. „Advent“: d.h. Ankunft. Ankunft des Erlösers damals vor 2000 Jahren, Ankunft auch verborgen heute, wenn wir Ihm die Türen unseres Herzens öffnen. Schließlich dann auch Hinweis, dass die Schöpfung und die Menschheit erst bei sich selber ankommen können, wenn Er kommt in seiner ganzen Macht und Herrlichkeit!
Wie könnte in diesem Jahr der Advent bei uns aussehen? Dazu vier Anregungen:

Das Warten lernen
Warten war und ist immer schon ein adventliches Thema gewesen. Aber auch ein Thema, was immer wieder unseren Alltag durchzieht. Auf den Bus warten, im Supermarkt warten, warten, dass ein ganz bestimmter Mensch anruft, warten auf eine Antwort, warten, dass Gott sich in einer bestimmten Lebenssituation zeigt. Warten: manchen können das gut und haben viel Geduld; anderen fällt das Warten unendlich schwer. Das Warten hat etwas Gutes, wenn wir es nutzen. Ganz konkret könnte jedes Warten gerade im geschäftlichen Vorweihnachtsrummel eine Einladung sein, im Verborgenen zu beten. Warum nicht für die Menschen, die mit mir zusammen an der Kasse warten, innerlich ein kurzes Gebet sprechen und sie Gott anempfehlen? Wir Christen können durch unser stellvertretendes gebet sehr viel Gutes in dieser Welt tun. Warten ist aber auch Einüben, dass man nicht alles im Griff hat, dass einem letztlich auch nichts gehört, auch keine Menschen bzw. Beziehungen. Das Größte und Schönste im Leben, d.h. das Wohlwollen und die Liebe anderer Menschen mir gegenüber lässt sich eben nicht machen, sondern man bekommt es geschenkt. Und ähnlich ist es bei Gott: er allein weiß, wie, wann und wodurch er sich zu erkennen gibt. Nutzen wir also den Advent gut, um das Warten einzuüben.

Verzicht üben
Hier ist erneut an die bekannte Trias „Fasten, Gebet, Almosen“ erinnert. Seit den Zeiten der Kirchenväter ist das eine uralte christliche geistliche Übung. Verzicht üben in aller Freiwilligkeit und letztlich aus Liebe zu Gott, aber alles wenn es gelingt, dass ich durch diesen Verzicht in meiner Liebe zu Gott und zu meinem nächsten wachse. Es gibt Menschen, die verzichten auch im Advent auf Alkohol; andere auf Schokolade. Das muss nicht jedermanns Weg sein, aber bewusster Verzicht schafft Freiräume, lässt mich ahnen, dass das menschliche Herz viel mehr braucht als kurzfristige Vergnügungen. Wir sind von Gott und wir gehen auf Gott zu. Und deshalb ist unser Herz oft so bedrängt und voller Unruhe. Entscheiden wir uns nicht für mehrere Dinge, auf die wir im Advent verzichten wollen, sondern auf eine konkrete Sache.

Zeit schenken
Auch wenn es manchmal gerade in der Adventszeit schwierig ist. Versuchen wir, Zeit zu schenken. Zeit, die wir ganz bewusst Gott schenken, indem wir für das Gebet und den Gottesdienst Raum lassen. Und ferner Zeit, die wir den Menschen um uns schenken. Auch das ist keine neue Weisheit, aber das Zeitschenken wird uns helfen, nicht völlig gehetzt auf Weihnachten zu zu gehen.

Barmherzig sein
Ein besonderes Jubiläumsjahr  beginnt am 8.12.2015 und dauert bis zum 20.11.2016: das „Jahr der Barmherzigkeit“, zu dem Papst Franziskus die ganze Kirche einlädt.
Wir können so ganz konkret uns fragen: Wie sieht mein Gottesbild aus? Glaube ich aus tiefstem Herzen, dass Gott mich liebt und der barmherzige Vater ist? Und weiter: Wie barmherzig bin ich anderen Menschen gegenüber? Sehe ich ihre leibliche oder seelische Not und zeige ich Verständnis und Mitgefühl? Wie einladend und erfrischend sind die Worte, die uns unser Heiliger Vater, Papst Franziskus, in seiner Verkündigungsbulle „Misericordiae vultus“  zu diesem Jahr mit auf den Weg gibt. Hier heißt es u.a. (Quelle www.vatican.va):
 
„ » Denn seine Huld währt ewig «. – Dieser Kehrvers erklingt nach jedem Vers des Psalms 136, der die Geschichte der Offenbarung Gottes besingt. Im Licht der Barmherzigkeit leuchtet in allen Ereignissen der Geschichte des Bundesvolkes deren Heilscharakter auf. Die Barmherzigkeit macht die Geschichte Gottes mit Israel zu einer Heilsgeschichte. Mit der ständigen Wiederholung dieses Kehrverses: » Denn seine Huld währt ewig « scheint der Psalm den Kreislauf von Zeit und Raum durchbrechen zu wollen, indem er alles in das ewige Geheimnis der Liebe hineinlegt. Es ist, als wollte er sagen, dass der Mensch nicht nur in der Vergangenheit, sondern in alle Ewigkeit unter dem barmherzigen Blick des Vaters steht. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass das Volk Israel diesen Psalm, das Große Hallel, in die Liturgie seiner wichtigsten Feste eingefügt hat.
Jesus selbst hat vor seinem Leiden diesen Psalm der Barmherzigkeit gebetet. Der
Evangelist Matthäus berichtet davon, wenn er beschreibt, wie » nach dem Lobgesang « (Mt 26,30) Jesus und die Jünger zum Ölberg hinausgingen. Während Er die Eucharistie einsetzte als bleibendes Gedächtnis an Ihn und das Ostergeheimnis, stellte Er zeichenhaft diesen höchsten Akt der Offenbarung in das Licht der Barmherzigkeit. Im gleichen Horizont der Barmherzigkeit lebte Jesus sein Leiden und Sterben, in vollem Bewusstsein des großen Geheimnisses der Liebe, das sich am Kreuz vollziehen sollte. Zu wissen, dass Jesus selbst diesen Psalm gebetet hat, macht ihn für uns noch wichtiger und lädt uns ein, ihn zu einem Teil unseres täglichen Lobgebetes zu machen: » Denn seine Huld währt ewig! «
Wenn wir den Blick auf Jesus und auf sein barmherziges Antlitz richten, sehen wir die Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Die Sendung, die Jesus vom Vater erhalten hatte, war es, das Geheimnis der göttlichen Liebe in seiner ganzen Fülle zu offenbaren. » Gott ist die Liebe « (1 Joh 4,8.16), bestätigt der Evangelist Johannes zum ersten und einzigen Mal in der gesamten Heiligen Schrift. Diese Liebe ist sichtbar und greifbar geworden im ganzen Leben Jesu. Seine Person ist nichts anderes als Liebe, eine sich schenkende Liebe. Seine Beziehungen zu den Menschen, die ihn umgeben, sind einzigartig und unwiederholbar. Seine Zeichen, gerade gegenüber den Sündern, Armen, Ausgestoßenen, Kranken und Leidenden, sind ein Lehrstück der Barmherzigkeit. Alles in Ihm spricht von Barmherzigkeit. Nichts in Ihm ist ohne Mitleid.“




Termine

Montag, 07.12.2015    Hauptgebetstreffen
14:00    Kreuzweg im Pfarrgarten für den Frieden und den Erhalt der Schöpfung,
            danach Aussetzung, Rosenkranz u. Gebet. Beichtgelegenheit bei Herrn
            Pfr. Kremer u. Herrn Pfr. Koch   
17:00    Heilige Messe, Anbetung, danach (ca. 18:00 Uhr) zur Marienkapelle, wo
           
zum Abschluß der Angelus gebetet wird.

Montag, 14.12.2015
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung

Montag, 21.12.2015
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung

Montag, 28.12.2015
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung

Sonntag, 04.01.2016    Hauptgebetstreffen
14:00    Kreuzweg im Pfarrgarten für den Frieden und den Erhalt der Schöpfung,
            danach Aussetzung, Rosenkranz u. Gebet. Beichtgelegenheit bei Herrn
            Pfr. Kremer u. Herrn Pfr. Koch   
17:00    Heilige Messe, Anbetung, danach
(ca. 18:00 Uhr) zur Marienkapelle, wo
            zum Abschluß der Angelus gebetet wird.

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Welcher Priester gibt unseren Gläubigen Beichtgelegenheit in der Pfarrkirche von Sievernich während der Hauptgebetstreffen, in der Regel am ersten Montag im Monat - gerne auch als Mitzelebrant bei der Messe um 18:15 Uhr.
Anmeldung im Pfarrbüro Sievernich oder unten stehender Adresse.

Brunnen in Sievernich:
Wenn jemand von Heilungen oder ärztlich belegten gesundheitlichen Besserungen hört, dann bitten wir, diese an die unten angegebene Adresse zu melden.
Blaue Gebetsoase, Schafsacker 7, 53909 Zülpich

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Senden Sie uns Ihre Gebetsanliegen. Wir werden diese in unsere Gebete bei der Messe oder beim Rosenkranzgebet einschließen.

Spenden
Zur weiteren Förderung und Planung des Geistlichen Zentrums in Sievernich sind wir froh und dankbar um Spenden – dazu die unten angegebene Kontonummer. Barspenden für den Förderverein geben Sie bitte an Frau Schmitz (Küsterin); Frau Zimmermann oder Frau Hils (Kirchenvorstand); Herrn Offermann, Frau Köpf oder Herrn Dr. Müller (Vorstand Förderverein).

Förderverein KGZ, Kto 31853010
Pax-Bank Köln, BLZ 37060193
IBAN DE20 3706 0193 0031 8530 10 / BIC GENODEED1PAX
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