Bote von Sievernich Juni 2015
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Geistlicher Impuls

In diesen Monat fällt das Fronleichnamsfeste, das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Die Eucharistie ist das größte Geschenk, das wir haben! Es gibt zum Geheimnis der Eucharistie eine Fülle von geistlichen Aspekten. Hier sind - in Auswahl - zwei Aspekte in den Blick genommen:

1. Eucharistie und mein Leben
Fragt man sich, was die Eucharistie mit dem eigenen Leben zu haben könnte, so werden einem viele Dinge einfallen. Der ein oder andere würde bestimmt sagen, dass die wöchentliche oder tägliche Eucharistiefeier ihm oder ihr Halt, Stütze und Orientierung für das Leben gibt. Vielfach hören wir auch von Kranken, wie wichtig ihnen die Kommunion ist. Die Eucharistie ist darüber hinaus eine Einladung, dass unser ganzes Leben „eucharistisch“ werden soll. „Eucharistisch leben“ bedeutet im Tiefsten, dass unser Leben immer mehr von Jesus Christus selbst, von seiner Liebe und Hingabe geprägt sein sollte. Der Theologe Henri J.M. Nouwen hat dazu die vier „Urgesten“ in der Hl. Messe neu vor Augen geführt und sie – im Blick auf unser Leben – gedeutet. Diese vier Worte sind folgende: „auserwählt, gewandelt, gebrochen und hingegeben“. So wie das kleine Stückchen Brot in der Hl. Messe genommen und in gewisser Weise auserwählt wird, um es Gott darzubringen, so geschah es auch in höchster Weise damals mit Jesus Christus selbst. Und da wir zusammen mit Christus einen Leib bilden, so werden wir selbst auch alle als aller erstes ebenso von Gott in gewisser Weise herausgenommen und auserwählt. Diese Erwählung geschieht aber nicht, weil wir so besonders tolle und gute Menschen sind, sondern weil Gott uns liebt und Liebe wählt immer aus. Das kleine Stück‘chen Brot wird nun in der Messe gesegnet – das ist das 2. Wort - , ja, vielmehr noch; es wird gewandelt: in den Leib Christi. Und dasselbe soll auch geistlich mit uns geschehen: Gott möchte und will uns wandeln, verwandeln. Und dann geschieht es ja auch in der Hl. Messe, dass dieses Stück‘chen Brot, der Leib Christi, gebrochen wird. Hier sind auch wir, wenn wir die Eucharistie mit unserem Leben in Verbindung bringen wollen, eingeladen, einzuwilligen, uns selber, letztlich unser Leben und unser Herz brechen zu lassen, um ausgeteilt zu werden. Wir sind dazu berufen, für unsere Schwestern und Brüder, für den, der uns im Alltag begegnet, Brot zu sein. Alles in unserem Leben hat letztlich Sinn und Bedeutung, wenn wir bereit sind, uns selbst zu schenken, zu verschenken – so wie es der Herr selber tut. Letztlich findet unser Leben nur darin Bedeutung, dass wir immer mehr bereit sind, unser Leben hinzugeben und es für andere zu leben.

2. Eucharistie und Caritas
„Caritas“, da denken viele zunächst an das rote Logo des Caritasverbandes und an die vielen Stellen, wo Menschen in Not Hilfe erfahren. Caritas, tätige Nächstenliebe, ist aber viel mehr: sie gehört neben der Verkündigung und der Liturgie zu den drei Grunddimensionen kirchlichen Handelns. Die Liebe zum Nächsten: sie ist das Gebot Jesu schlechthin. Damit der Mensch auf Dauer darin nicht ermüdet, lohnt es, sich den engen Zusammenhang von Eucharistie und Caritas neu bewusst zu machen. In der Eucharistie empfangen wir den Leib Christi. Unsere Augen des Glaubens können Jesus Christus erkennen in dem kleinen Stück’chen Brot. Die Eucharistie ist die höchste Form der persönlichen Begegnung mit Jesus Christus. Eine andere Weise, den Herrn zu erkennen, ist die Begegnung mit unserem Nächsten. Im Evangelium spricht Christus mit klaren Worten, wenn er sagt: „Was ihr für einen meine geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40). Was heißt dies anderes, als dass wir uns immer wieder bewusst machen sollten, dass uns im Nächsten, in verborgener Weise Christus selbst begegnet. Mutter Teresa wurde einmal gefragt, wie sie es eigentlich schaffen würde, so entsetzlich vielen Leidenden und Sterbenden beizustehen. Der, der sie das fragte, sagte auch, er würde so etwas in keinem Fall auch nicht für 10.000 Dollar machen. Darauf sagte Mutter Teresa, auch sie würde eine solche Arbeit für keinen Cent machen, aber es sei Christus selbst, dem sie im Sterbenden begegnen würde. So wie die Augen in der Heiligen Kommunion, so Mutter Teresa weiter, Christus schauen würden, so würden dann auch die Augen Christus erkennen im leidenden Bruder, in der leidenden Schwester. Eucharistie und Caritas, Nächstenliebe, beides gehört untrennbar zusammen. Dies auch, weil die Eucharistie die „große Schule“ der Liebe ist. So wie Jesus Christus sich ganz verschenkt hat, wie er selbst zum Brot wurde für die Menschen, so sollen auch wir zum Brot für unseren Nächsten werden. Lassen wir Mutter Teresa, diese großartige Selige der Eucharistie und der Nächstenliebe noch einmal selbst zu Wort kommen:

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebets ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede.

In der Hl. Messe vom letzten Abendmahl, die unser Heiliger Vater, Papst Franzikus, am 2.4.2015 in der Haftanstalt Rebibbia in Rom feierte, sagte er u.a. in seiner Predigt Folgendes, was das Geheimnis der Eucharistie nochmals vertieft aufstrahlen lässt (Quelle: www.vatican.va):
„An diesem Donnerstag hielt Jesus mit seinen Jüngern ein Mahl, um das Pascha-Fest zu feiern. Und der Abschnitt des Evangeliums, den wir gehört haben, enthält einen Satz, der den Mittelpunkt dessen bildet, was Jesus für uns alle getan hat. »Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung « (Joh 13,1). Jesus hat uns geliebt. Jesus liebt uns. Grenzenlos, immer, bis zur Vollendung. Die Liebe Jesu zu uns hat keine Grenzen: immer mehr, immer mehr. Er wird nicht müde zu lieben: bei niemandem. Er liebt uns alle so sehr, dass er sein Leben für uns hingibt. Ja, das Leben für uns hingeben. Ja, das Leben hingeben für uns alle, das Leben geben für einen jeden von uns. Und jeder von uns kann sagen: »Er hat sein Leben für mich hingegeben.« Jeder. Er hat sein Leben gegeben für dich, für dich, ja für dich, für mich, für ihn… für jeden, mit Vor- und Nachnamen. Seine Liebe ist so: persönlich. Die Liebe Jesu enttäuscht niemals, weil er nicht müde wird zu lieben, wie er auch nicht müde wird zu vergeben, nicht müde wird, uns zu umarmen. Das ist das erste, was ich euch sagen wollte: Jesus hat uns geliebt, jeden von uns, bis zur Vollendung.“


Termine


Montag, 01.06.2015    Hauptgebetstreffen
14:15    Kreuzweg im Pfarrgarten für den Frieden und den Erhalt der Schöpfung,
            danach Aussetzung, Rosenkranz u. Gebet. Beichtgelegenheit bei Herrn
            Pfr. Kremer u. Herrn Pfr. Koch   
18:15    Heilige Messe danach ca. 19:15 Angelus an der Kapelle


Montag, 08.06.2015   
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung u. Angelus
18:45    Bibelstunde mit Frau Manuela Strack

Montag, 15.06.2015   
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung u. Angelus

Montag, 22.06.2015   
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung u. Angelus

Montag, 29.06.2015   
17:30    Aussetzung, Rosenkranz mit Anbetung u. Angelus


Montag, 06.07.2015    Hauptgebetstreffen
14:15    Kreuzweg im Pfarrgarten für den Frieden und den Erhalt der Schöpfung,
            danach Aussetzung, Rosenkranz u. Gebet. Beichtgelegenheit bei Herrn
            Pfr. Kremer u. Herrn Pfr. Koch   
18:15    Heilige Messe, Anbetung, danach ca. 19:15 Angelus an der Kapelle

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Welcher Priester gibt unseren Gläubigen Beichtgelegenheit in der Pfarrkirche von Sievernich während der Hauptgebetstreffen, in der Regel am ersten Montag im Monat - gerne auch als Mitzelebrant bei der Messe um 18:15 Uhr.
Anmeldung im Pfarrbüro Sievernich oder unten stehender Adresse.

Brunnen in Sievernich:
Wenn jemand von Heilungen oder ärztlich belegten gesundheitlichen Besserungen hört, dann bitten wir, diese an die unten angegebene Adresse zu melden.
Blaue Gebetsoase, Schafsacker 7, 53909 Zülpich

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Senden Sie uns Ihre Gebetsanliegen. Wir werden diese in unsere Gebete bei der Messe oder beim Rosenkranzgebet einschließen.

Spenden
Zur weiteren Förderung und Planung des Geistlichen Zentrums in Sievernich sind wir froh und dankbar um Spenden – dazu die unten angegebene Kontonummer. Barspenden für den Förderverein geben Sie bitte an Frau Schmitz (Küsterin); Frau Zimmermann oder Frau Hils (Kirchenvorstand); Herrn Offermann, Frau Köpf oder Herrn Dr. Müller (Vorstand Förderverein).

Förderverein KGZ, Kto 31853010
Pax-Bank Köln, BLZ 37060193
IBAN DE20 3706 0193 0031 8530 10 / BIC GENODEED1PAX
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